Samstag, 13. Oktober 2018

Plan C


Aus der Serie LIFE & DEATH:

Die Vergünstigung/Gnade/Ungnade eines höheren Alters weckte dieser Tage >> in einem Alten- und Pflegeheim << allerlei vertracktes Gedankengut. Die einheizende Wirkung meiner weinroten  Seemanns-Mütze ließ die Ideen zunächst gären - bevor sie schließlich wie frische Pilze in die Höhe schossen! Was also tun mit dem eigenen Welken? Dürfen solche Konzepte eigentlich einem gewissen Egoismus unterliegen? (Es gäbe allerlei zu bedenken. Zustand. Raum. Zeit.) Allem bitteren Realismus zum Trotz ... hier die seltsamen Blüten einer schlaflosen Nacht:

1. Neben der heimlichen Sauferei beginne ich auch noch mit dem Rauchen von kurfürstlichen Zigarren und wild gestopften Pfeifen - bis das die Sprinkleranlagen im Haus IV, Aufgang 3, Etage 4 und Zimmer A017 mit ihrer Sintflut beginnen!

2. Außer absichtlichem Einnässen wird eine gespielte Demenz den Faktor Spaß zusätzlich bereichern. Das ist natürlich NICHT lustig. Aber eine Erwägung generell wert. Sagen wir zu wissenschaftlichen Zwecken. Auf diese Art und Weise kann ich das Pflegepersonal hinsichtlich ihrer Loyalität auf Herz und Nieren prüfen.

3. Bartpflege sowie Maniküre findet nicht mehr statt. Einfach nur deshalb, weil ich den Mächten der Natur freies Geleit geben möchte. Das wird viele gegen mich aufbringen und garantiert mir keinerlei Langeweile.

4. Der Fernseher wird rund um die Uhr laufen. Falls nicht, werden die gebohnerten Gänge standesgemäß und zukunftsträchtig mit Death-Metal beschallt. Wie der Ruf des Muezzin sollen diese akustischen Feinheiten bis tief in den Kern der Ortschaft ziehen.

5. Soweit möglich, beschäftige ich mich mit der Illegalität und kriminellen Machenschaften. Auch das kann mir maximale Abwechslungen einbringen ... Verhöre, Vorladungen, Reden ins Gewissen, Sondersitzungen mit Seelsorge und Psychologen. Die erfolgreichen Deals bereichern mich auf unterschiedliche Weise mit dem einen oder anderen schillernden Regenbogen oder dem Besuch aufreizender Damen in aufwendig wie edel hergestellter Spitzenunterwäsche. Und alles duftet frisch nach PERSIL.

6. Die letzten Geburtstage feiere ich mit allen und allem was noch lebt, kraucht und mir jemals von Bedeutung gewesen ist ... Kumpels von der Schulbank, aus dem Bolz-Verein, vom Tresen. Alles kann und nichts muss - Leben und leben lassen lautet die Parole und in den Fluren von Haus IV riecht es nach billigem Fusel, Kartoffelchips und Schwarzwälder Kirschtorte.

7. Experimente bestimmen meinen ultra-langen Alltag: Schnaps brennen, Bier brauen, Wein keltern ... wie nebenbei geht ein 10 kg Hefeteig und gefrieren die Moleküle. Das winzige Badezimmer gleicht einem Kabinett für angewandte Chemie. Die ersten Tabletten gehen aufs Haus.

8. Zu guter Letzt zeige ich mich grundsätzlich kooperativ in allen Fragen ... insofern gewisse Kriterien beim Pflegepersonal als erfüllt angesehen werden können! Etwaige Details können bei mir persönlich angefragt werden ... in einer Art längerem oder ultrakurz verlaufendem Vorgespräch. Man wird verstehen.

 

Dienstag, 9. Oktober 2018

Ja, ich will!


Ich will das alles glauben ...

>>Weil dann alle Schlüssel wieder passen! Wir erleben das immer wieder. Unsere Erfahrungen sagen uns/Im Normalfall/Allen Erwägungen zum Trotz/Grundsätzlich//

Neulich erwischte ich mich bei einer heimlich gehegten Hoffnung! Und da diese/bekanntlich zuletzt sterben tut//ergeben sich meine Sehnsüchte mit wehenden, weißen Fahnen dem kindlichen Urvertrauen an das Gute/Schöne/Friedliche/Glückliche/Beste/Unerreichbare//

Vor nicht allzu langer Zeit, zwischen den Hügeln und Bergen, hinter einem goldgelbem Kornfeld umrandet von blutrotem Mohn ... lag ich unter einem prächtig behangenem Apfelbaum und linste durch die wogenden Äste gen Himmel. Es war, als fiele ich unentwegt aus dem Blau des Zeltes in die warme, weiche Tiefe meines Glaubens! Wir erleben das immer wieder. Unsere Erfahrungen sagen uns/Im Normalfall/Allen Erwägungen zum Trotz/Grundsätzlich//




www.sadcharacters.blogspot.com 

Samstag, 6. Oktober 2018

Mehr geht nicht.


THE WHO >> i can see for miles ... göttliches, episches Lied ... in einer demolierten Nacht zwischen den Flaschen reiht sich Lied an Lied ... METRONOMY >> the upsetter ... und die liebe Kindheit erfriert bei über minus 17°C zwischen den Gebeinen eines armseligen Hühnchens ... diese schöne Musik und all die Gläser ... der unendlich ausgebreitete Sternenhimmel ... das Glück und die Traurigkeit in ein und der selben goldenen Gondel ... >> the upsetter ... so ein wunderbares Stück Musik ... da wiederhole ich mich ... und die Augenringe werden sich manifestieren ... weil das Leben auf diesem Weg geradezu bereit liegt ... THE SONIC BOOM FOUNDATION >> colour in tomatoes ... stampfend rollt der Beat, ein Kronkorken fällt zu Boden, die Nacht klebt schwarz auf einer halbseidenen Seele ... die Auswahl ist gut, Song an Song ... CORA >> schlüsselkind ... die Zeit vor dem Erwachsen-werden liegt unterkühlt, nie aufgetaut im drei-Sterne-Fach ... da könnte sich immer noch etwas ergeben ... obwohl der Zug längst abgefahren ... hoffen auf die Hoffnung ... was für eine tiefe Stunde ... Absturz ... Tiefflieger ... unter Wasser röchelt ein jeder seiner kleinen Liebe hinterher ... RAGE AGAINST THE MACHINE >> snake charmer ... dieser herbe Zorn ... Flammen ... Stiche ... Schnitte ... Kerben ... frisch geschlitzte Wunden ohne je eine Klinge genutzt zu haben ... wir sind bei mittlerweile minus 18 Grad Celsius Betriebstemperatur ... und die Penner der Stadt langen nach dem härtesten Fusel der Welt ... an der Endhaltestelle verzeiht einem keiner etwas ... THEE OH SEES >> maze fancier ... und bevor sich hier auch nur irgendeine oder irgendeiner pflichtbewusste Sorgen macht: Mein Kummer wird nie mehr wert sein, als ein fader Beigeschmack im Restaurant der Herzen! JURASSIC 5 >> game ... ein geiler Song! Fetter, aufgeblähter Beat ... ratternder Rhythmus, mein lieber Herren Gesangsverein ... es zieht an allen Gliedern ... der Rest dieser Nacht geht auf in Ekstase und schließlich unter ... U2 >> night and day ... ein Flenn-Song ... jedesmal ... wie kindisch kann ein alter Mann nur sein ... day an night ... im Tiefkühlfach liegen die allerletzten Reste von einer unerfüllten Sehnsucht ... und es fällt mir jetzt unendlich schwer die Liebe aus dem Spiel zu lassen ... einmal ganz darauf zu verzichten ... night and day ... so dermaßen viele Sterne ... in einem harten Kontrast zur Druckerschwärze dieser Nacht ... SLEAFORD MODS >> face to faces ... wie aus dem absoluten Nichts tauchten diese beiden Engländer plötzlich in meinem Platten-Regal auf ... in aller Herrgott-Frühe ... zwischen den Kippen und einem verschimmeltem Kanten Scheibenbrot ... und der Rest dieser Nacht wird koloriert durch ...

BLACK STAR LINER >> yemen cutta connection dub
SIX BY SEVEN >> say that you want me
DIE ART >> gegen die welt
BETTY EVERETT >> i´m gonna be ready
BARBARA RANKS >> river of tears
THE FAST FORWARDS >> verloren
MOTORPSYCHO >> the bomb-proof roll and beyond (for arnie hassle)
DAVID BOWIE >> hello spaceboy
STONE TEMPLE PILOTS >> piece of pie
MAMMOTH MAMMOTH >> (up all night) demons to fight
DIE GOLDENEN ZITRONEN >> drop the stylist
C DUNCAN >> he believes in miracles
WESTBAM >> untitled
HERBERT GRÖNEMEYER >> ich hab dich bloß geliebt

Mehr geht nicht.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Saalekreis Bilder


Nördlich von Halle an der Saale, zwischen den ausgedehnten Feldern und knorrigen Obstbäumen, wo die Bussarde sachte kreisen und in alten Sandlöchern der Fuchs zu Hause scheint ... Dort, wo es mir immer wieder gelingt, zwischen mich und dem nächsten Menschen drei bis vier Kilometer Einsamkeit zu bringen - dort entstehen Bilder aus einer unbedarften Handbewegung heraus.

BILDER >> 

Samstag, 29. September 2018

LOST


Gesuchtes verliert sich im Lebenslicht-Dickicht. In meine allgemeine Traurigkeit mischt sich das Gift dieser seltsamen Zeit - zwischen den Zeilen liest sich auch nichts mehr heraus. Gott vertröstet mich ein ums andere mal, die Teller und Schüsseln füllen sich wie von Geisterhand, Sonne scheint, Winde wehen, Kühe weiden, Zement wird fest. Vier Tote auf der Autobahn - sprichwörtlich wie auf einen Streich - das Schicksal ist eine verkeimte, dornige Drecks-Peitsche und zwischen all den Stevie Wonder Hits rinnen mir die Tränen wie Pisse aus den Augen. Jetzt möchte ich schreien. Dann tanzen und später die Blumen gießen. Die Flut meiner Gedanken taugt weder zum gleichmäßigen Wellenbad noch zu einem zornigem Tsunami ... in aller Einfältigkeit schäme ich mich der Hilflosigkeit und Sturheit, lecke am Speichel meiner Gegner und baue nach radikalen Abrissen neue Mauern aus meterdickem Stahlbeton. Das muss keinen interessieren.